

















Das Thema "Glück" steht im Zentrum einer HR-Lesung am 18.11. im Staatstheater Kassel. Wilhem Autor Genazino trifft auf Samuel Beckett. Die Prosa von "Das Glück in glücksfernen Zeiten" und der Theatertext von "Glückliche Tagen" treten in einen zeitlosen Dialog. Becketts "Winnie" wird von Anke Sevenich dargestellt, die mit einer Inszenierung des Meisterschauspiels derzeit tourt. Tickets: 5€
Glückliche Tage - Wilhelm Genazino trifft Samuel Beckett Donnerstag, 18. November 2010, 20:00 Uhr
In Kassel fand der junge Samuel Beckett seine erste große Liebe. Doch wie lässt sich das Glück in glücksfernen Zeiten erlangen? Dieser Frage gehen Wilhelm Genazino und Winnie, Samuel Becketts Hauptfigur aus "Glückliche Tage", nach.
18. November 2010
19.30 Uhr
Foyer des Staatstheaters Kassel
Friedrichsplatz 15
34117 Kassel
Eintritt: 5,- €
Karten 18. Oktober 2010: Theaterkasse, Telefon: 0561 1094222, www.staatstheater-kassel.de, oder an der Abendkasse
Sollte man, selbst wenn man im Treibsand zu versinken droht wie Winnie (gespielt von Anke Sevenich), sich unter fortwährender Zelebrierung immer gleicher Handlungen einen glücklichen Tag tapfer herbeireden? Ihr genügt es bereits, wenn ihr einsilbiger Gatte Willie das Wort an sie richtet: "Oh, dies wird wieder ein glücklicher Tag gewesen sein." Oder sollte man eine "Schule der Besänftigung" ins Leben rufen, wie es Gerhard Wahrlich, der traurige Held aus Genazinos jüngstem Roman, "Das Glück in glücksfernen Zeiten", versucht? Beckett und Genazino verbindet das virtuose Spiel mit den Gegensätzen Melancholie und Heiterkeit oder auch: Absurdität und Rührung. Bei beiden können kleinste Handlungen oder das Beobachten scheinbar banaler Ereignisse zur Erlösung beitragen.
Eine Veranstaltung von hr2-kultur/Literaturland Hessen in Kooperation mit dem Staatstheater Kassel. Durch den Abend führt Alf Mentzer (hr2-kultur).
Wilhelm Genazino
Wilhelm Genazino ist einer der bedeutendsten zeitgenössischen Schriftsteller. 1943 in Mannheim geboren, arbeitete zunächst als freier Journalist, dann als Redakteur bei verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften, seit 1971 als freier Schriftsteller. Für sein Werk erhielt er unter anderem den Georg-Büchner-Preis und den Kleist-Preis. Neben zahlreichen Romanen hat er auch Essays und Theaterstücke veröffentlicht. Zuletzt ist 2009 sein Roman "Das Glück in glücksfernen Zeiten" beim Hanser Verlag erschienen. Wilhelm Genazino lebt in Frankfurt am Main.
Samuel Beckett
Samuel Beckett, 1906 in Dublin geboren, war als junger Dramatiker und Schriftsteller Ende der 1920er und Anfang der 1930er Jahre wiederholt für mehrere Monate zu Gast in Kassel. Hier verliebte er sich in seine Cousine Peggy Sinclair. Die Romanze dauerte jedoch nur kurze Zeit und Peggy Sinclair starb bald darauf. In seinen ersten Roman, "Traum von mehr bis minder schönen Frauen", der erst 1989 veröffentlicht wurde, hat Beckett seine Erinnerung an die junge Frau einfließen lassen. Samuel Beckett ist einer der bedeutendsten Schriftsteller des zwanzigsten Jahrhunderts, 1969 wurde er mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. Sein bekanntestes Werk ist heute "Warten auf Godot". Beckett starb 1989 in Paris.
Anke Sevenich
Anke Sevenich, 1959 in Frankfurt geboren, gehört zu besten Charakterdarstellerinnen in Deutschland. In ihrer Rolle als "Schnüsschen" im Film-Epos "Die zweite Heimat" wurde sie Anfang der neunziger Jahre bekannt und ist seitdem in zahlreichen Film- und Fernsehrollen zu sehen, unter anderem im "Tatort" sowie in "Das Gelübde" (2008) von Dominik Graf. Derzeit tourt die Schauspielerin als Becketts "Winnie" in "Glückliche Tage" (Produktion Brentanoscheune/Winkel).
Infos: www.ankesevenich.de
Ein Bericht von Tassilo von Blittersdorff