Die Schauspielerin Anke Sevenich übernimmt gerne Rollen in Krimis und ist vielen Zuschauern von ihren Auftritten im Tatort bekannt

17.05.2013

Anke Sevenich bei Agentur Jochen Döll

Anke Sevenich
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Quelle: Portait im Journal Frankfurt 2011

OHNE KRIMI GEHT NIX

Geschichten ohne Tiefe interessieren sie nicht

Die Frankfurter Schauspielerin Anke Sevenich liebt das Krimiformat Derzeit wirkt Anke Sevenich als Mimin bei den Dreharbeiten des ZDF zur Verfilmung von Jan Seghers' Kriminalroman "Braut im Schnee" mit.
Das japanische Café "Imori" im Stadtteil Bornheim hat es Anke Sevenich angetan. Schnell noch bestellt sie etwas Süßes und einen Kaffee bei der jungen Asiatin. "Die Frauen hier finde ich ganz bezaubernd", sagt die Frankfurter Schauspielerin. Dann lässt sich die Mimin, die 2009 in einem Zuschauerwettbewerb des Hessischen Fernsehens auf Platz 3 der beliebtesten lebenden Schauspielerinnen Hessens gewählt worden ist, ins Plüschsofa des puppenstubenartigen Kaffeehauses fallen. Und erzählt von den derzeit stattfindenden Dreharbeiten des ZDF zur Verfilmung von Jan Seghers Kriminalroman "Braut im Schnee", für die sie die Rolle der Sekretärin Elvira übernommen hat.

Dahinplätschernde seichte Stories, Geschichten ohne Tiefe interessieren die Schauspielerin nicht, Abgründe der Menschenseele wecken ihr Interesse. Auch wenn viele Zuschauer sie aus Familienserien wie "Klinikum Berlin" oder "Kanzlei Bürger" kennen, das Krimiformat ist ihr besonders lieb. Bekannt wurde Anke Sevenich Anfang der Neunziger als "Schnüsschen" in Edgar Reitz' Filmepos "Die zweite Heimat". Sie mag es "andere Identitäten zu erforschen", und es gelingt ihr, in jede ihrer Figuren hineinzugehen, auch wenn es sich wie in dem Theaterstück "Tödliche Butterstullen" um eine Serienmörderin wie Gesche Gottfried handelt, die in der Biedermeierzeit gestand, 15 Menschen ihrer nächst en Umgebung mit Rattengift getötet zu haben.

"Wenn ich was spiele", sagt sie, "muss ich loyal der Figur gegenüber sein, denn ich bin ihr Anwalt." Man müsse sich "die Nähe zu ihr suchen", selbst bei extremen Charakteren. Wenn sie sich einer Rolle annähert, tut sie dies gerne über das Schuhwerk ihrer Figur. "Ich glaube", sagt sie selbstbewusst, "dass ich nur sehr selten in die falschen Schuhe hineingezwungen worden bin." Einmal, in einem HR-Tatort, hat sie sich ihre Figur nur barfuß in Gummistiefeln vorstellen können. Und so kam es denn auch. "Mit Leuten aus dem Schauspielermilieu kann ich über so etwas spinnen, obwohl doch kein Zuschauer die nackten Füße in den Stiefeln sieht."

Zum Textlernen geht Anke Sevenich gerne in die Niddawiesen, weil Bewegung ihr gut tue: "Dann laufe ich in mich hinein". Die Schauspielerin liebt Frankfurt, spricht gar davon, den Geruch der Stadt zu kennen. Wie lässt sich der beschreiben? "Wenn es riecht wie früher im Treppenhaus meiner Großeltern in Niederrad." Die ersten drei Jahre verbrachte sie bei ihnen in einer Ernst-May-Siedlung, und bis heute liebt sie "das Moderne, Schlichte, Geradlinige und Revolutionäre" der Mayschen Bauart. So lebt sie nicht zufällig mit ihrem 13 Jahre alten Sohn Trevor in einem May-Bungalow. Neben der Schauspielerei hat Anke Sevenich auch einen Lehrauftrag an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst und gibt unter anderem Seminare zur Kameraarbeit. Außerdem lehrt sie privat den Umgang mit Stimme und Sprache und findet damit "großen Zuspruch". Sie sagt: "Ich mache das seit ein paar Jahren, es gibt mir finanzielle Sicherheit, so dass ich nicht jedes Drehbuch annehmen muss."

Großes Vergnügen haben der gebürtigen Frankfurterin die Dreharbeiten für "Krimi.de", den hessischen Kinder-Tatort im Kika-Kanal, gemacht. In der Serie spielt sie die Mutter eines der Kinderdetektive. Die steht hinter dem Tresen eines Fußball-Vereinsheimes - eine Rolle, die der Schauspielerin auch die willkommene Gelegenheit gab, Frankfurterisch zu reden. Beteiligt war Anke Sevenich in diesem Jahr auch an einem Literaturevent in der Mainstadt. Bei der Veranstaltung "Frankfurt liest ein Buch" wirkte sie mit bei einer szenischen Lesung aus Wilhelm Genazinos in den Siebzigern entstandenen "Abschaffel"-Trilogie um einen vereinsamten Frankfurter Angestellten. "Meine Nähe zu Frankfurt wird immer größer", sagt Anke Sevenich und lacht. "Ich entwickele mich langsam zur Volksschauspielerin."

5. August 2011
pia/ Annette Wollenhaupt

Ein Bericht von Tassilo von Blittersdorff

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